Chronischer venöser Ulkus (Ulcus cruris)

Es gibt drei verschiede Arten des venösen Ulkus:
1.Arterielles Ulcus cruris- als Folge von arteriellen Erkrankungen
2.Venöses Ulcus cruris- terminaler Zustand einer chronisch-venösen Insuffizienz
3. Gravitierendes Ulcus- als Folge des Lebenalters, Lymphödemen, einer Arthrose der Gelenke, Bewegungsarmut.

Der chronisch venöse Ulkus ( nach der CEAP- Klassifikation der 5. und 6. Grad) is ein lebensbedrohlicher Zustand der venösen Insuffizienz- das Nachlassen oder Abschwächen der Venenklappen. Die Beine schmerzen ständig, durch Anheben der Beine lassen die Schmerzen jedoch nach.

Die Ursachen und Mechanismen der Entstehung

1. Primäre venöse Insuffizienz – die Ursachen sind zu 90% Erkrankungen der oberflächlichen Venen.

Wenn die Leistenklappe abschwächt , lässt auch der Blutfluss der großen oberflächichen Vene nach. Die Venen „schlängeln“ sich im inneren Teil der Unter-und Oberschenkel ( Schweregrad C2). Sollte die Erkrankung der venösen Insuffizienz länger andauern, fängt das Bein an anzuschwellen (C3), dann bilden sich im unteren Teil des Unterschenkels, über dem Knöchel, braune Punkte und Flecken- eine Hyperpigmentierung(C4).

Ein langanhaltender Rückfluss des Blutes führt zu einer Wundenbildung, die aber gelegentlich abheilt (C4), bis dann am Ende eine chronische Wunde entsteht, die sich nicht mehr schließt ,das Bein bleibt offen (C6). Dies passiert als Folge von langanhaltendem Rückfluss des kohlendioxidreichen Venenbluts in die Unterschenkel.

Die Hautzellen und das Gewebe werden nicht mehr regelmäßig mit Sauerstoff versorgt ( Hauptenrgiezulieferer des Gewebes) und sie zerfallen. Die offene Wunde kann nicht mehr abheilen. Sollte die Venenklappe, die sich in Kniehöhe befindet, nachlassen, kommt es zu einer ähnlichen Fortschreitung der Erkrankung. Bei der Insuffizienz kommt es sehr früh zu geschwollenen Beinen, wobei man oft nicht die Beinvenenverstopfungen an sich erkenenn kann.

– Das Nachlassen der perforativen oder kommunikantnen Venen-Preforatoren- lösst so gennante gravietierende Ulzer aus und sind Folge einer Störung der Statik (Pattfüße). Begleiterscheinungen sind Kniearthrosen, erschwerte Bewegung, langes Sitzen. Wenn auch noch Übergewicht dazu kommt, öffnet sich die Wunde, ohne dass man die Krampfadern vorher überhaupt gesehen hat.

Dies ist normalerweise in einem höherem Lebensalter der Fall und ist ein Teufelskreis, in dem sich Patienten befinden: wegen Gelenkbeschwerden können sie nicht laufen, sitzen viel, essen, werden dicker, somit bewegen sie sich noch weniger.
All dies führt zu teilweise erheblichen Einbußen an Lebensqualität.

2. Sekundäre venöse Insuffizienz

In 10% aller Fälle Folge von Verstopfungen der tiefen Venen oder defekten Vennenklappen. Sie bildet sich oft nach Abklingen einer Thrombose der tiefen Venen (TVT) die sich umleitet, doch die tiefen Veneneklappen dichten nicht mehr richtig. Solche Patienten haben ein ständig geschwollenes Bein und in ihrer Krankheitsvorgeschichte eine abgeklungene Entzündung der tiefen Venen vermerkt.